Im Osten der Senf,
im Westen die Kohle




Nominiert für den Hamburger Bilderbuchpreis 2021

Eine Zeitreise zurück ins Studentenleben im Berlin der 50er Jahre. Ein Buch, das seinen Ursprung auf einem Fahrrad und in einem Briefwechsel zwischen einem Großvater und seiner Enkelin fand. Eine Annäherung über die Zeit hinweg zwischen zweien, die in einem vereinten Berlin studierten. Nach einer wahren Lebenserinnerung.


In zahlreichen Briefen schreibt ein Großvater seiner Enkelin vom Studentenleben im Berlin der 1950er-Jahre, als die Stadt von den Alliierten aufgeteilt, aber noch nicht durch eine Mauer getrennt ist. Er erzählt von seiner Immatrikulation an der Humboldt-Universität zu Berlin im damaligen sowjetischen Sektor, von einer auflebenden Jugend nach Kriegsende. Auf der anderen Stadtseite locken Grenzkinos und Tanzabende in Jazzkellern. Er berichtet ebenso von den schwierigen Lebensumständen: Seine Unterbringung in Sechsbett-Zimmern verschiedener Studentenwohnheime und wie er heimlich mit dem geliehenen Studienausweis eines Freundes West-Mark verdient. Im Westen ist er an den Wochenenden oft zu Besuch bei Freunden der Familie, die Kaffee und Kuchen als Sozialhilfe für den Ostsektor verstehen. Ein Glas Senf hat er als Gastgeschenk dabei, denn der ist im Osten günstig. Doch die zunehmenden Einschränkungen der DDR-Regierung, besonders an der Universität, animieren ihn wie viele andere Studierende schließlich zur Flucht nach Westdeutschland.

Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit an der Weißensee Kunsthochschule Berlin hat Luise Bornkessel die Briefe ihres Großvaters in Zeichnungen übersetzt, die die Zeitspanne zwischen Kriegsende und Mauerbau illustrieren. In den farbigen Zeichnungen werden die Erlebnisse des Großvaters aus den 50ern lebendig. Illustrationen in schwarz-weiß markieren den Wechsel von der Vergangenheit in die Gegenwart. Das Studentenleben des Großvaters und das der Autorin begegnen sich in der gemeinsamen Bilderwelt, verbunden durch wiederkehrende Orte, das Tanzen und ein Fahrrad.


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© Luise Bornkessel 2021